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2008RMS0166

Römermuseum Schwarzenacker


Herstellung: Original: ca. 20 v. Chr. bis 450 n. Chr. (römische Kaiserzeit)
in: Homburg

Merkmale

Inventarnummer:
2008RMS0166
Anzahl:
1 Stück
Objektbezeichnung:
Sandalenpaar
Material:
Technik:
geschnitten
geklebt
Maße:
Gesamt: H: 9,3 cm (Ferse), H: 28,8 cm (Sohle), B: 9,5 cm (Sohle)

Beschreibung

Sandalenpaar aus Leder, außen schwarz, hellbraune Sohle aus Leder und Kork, Lasche separat gefertigt, vorne zungenförmig zulaufend und an Sohle im mittleren Zehenbereich befestigt, oben umgeschlagen, Lederriemen durch mittlere und seitliche Laschen gezogen; Beschriftung innen auf Sohle: "flexible Kork-Leder-Einlage Handgearbeitet -System- Schuhmagnet 665 Homburg am Rondell".

Das früheste römische Schuhwerk in Nordeuropa stammt aus Militärlagern der ersten Okkupation. Genagelte Soldatenschuhe (lateinisch: caligae) kommen zusammen mit weicheren, oft genähten Schuhen vor, die vielleicht Offizieren gehörten. Es fanden sich hier aber auch Frauen- und Kinderschuhe, was auf die Anwesenheit von Soldatenfamilien schließen lässt. Gegen Ende des 1. Jahrhunderts n. chr. wurden die caligae durch robuste Stiefel ersetzt, die auch von Zivilisten getragen wurden. Die Bevölkerung in den Provinzen übernahm rasch die römischen Schuhe, die sich rasch wandelnden Moden unterworfen waren.

Sandalen wurden anscheinend zunächst nur von Frauen und Kindern, vielleicht überwiegend Mädchen, getragen, während Männergrößen erst im späten 2. Jahrhundert n. Chr. zu finden sind. Etwa zu dieser Zeit ändern sich auch die Sohlenformen (siehe Literatur: Driel-Murray 2000, 152 Abb. 127). In der Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. sind die Sandalensohlen von fast dreieckiger Form.

Literatur

Driel-Murray, Carol van: Römisches Schuhwerk. Die Römer zwischen Alpen und Nordmeer. Zivilisatorisches Erbe einer europäischen Militärmacht. Katalog-Handbuch zur Landesausstellung des Freistaates Bayern Rosenheim 2000, Mainz: Philipp von Zabern, 2000, S. 150-154; 342f.