Figur des St. Eustachius, einer der "Vierzehn Nothelfer", die im katholischen Glauben bei Nöten und Krankheiten um Beistand angerufen werden. Eustachius († um 118), röm. Feldherr unter Kaiser Trajan, dem bei der Jagd ein Hirsch mit einem leuchtenden Kruzifix im Geweih erschien. Daraufhin Taufe zum Christen, mehrere "Prüfungen", Tod durch Folter. Helfer bei Trauerfällen und in schwierigen Lagen, Schutzpatron der Jäger. Die Figur steht in leichtem Kontrapost (= Standbein gestreckt, Spielbein angewinkelt) auf einem achteckigen, gestuften Sockel. Eustachius trägt ein knielanges, eng anliegendes Gewand (Wams) in einem Gelbton, mit Pelzbesatz unten, quer über die Brust ein Riemen für evtl. ein Horn (oder eine Waffe, wg. Substanzverlust nicht genau zu identifizieren). An den Beinen eine enge, Hose (Beinlinge) im Gelbton, an den Füßen hohe Stiefel mit Stulpen. Auf dem Kopf eine schräg getragene, flache Mütze mit plastischem Schmuck (Blatt) oben. Beide Hände sind mit den Handflächen nach unten u. leicht gekrümmten Fingern nach vorne gestreckt. An seiner linken Seite hält Eustachius die Hand über die Figur eines Hirschs (= Attribut), dessen Kopf mit Geweih abgebrochen ist, die rechte Hand könnte evtl. auf eine Jagdwaffe gestützt gewesen sein. Altersbedingte Verfärbungen, Abplatzungen u. Rissbildung bei Fassung (Bemalung) u. Vergoldung von Gewändern u. am Kopf u. Körperteilen, Substanzverluste am Daumen u. Finger der linken Hand. 1867 fanden Renovierungsarbeiten in der kleinen Kirche von Wemmetsweiler statt, einer Filialkirche der Pfarrei St. Stephan in Illingen, die Mitte des 17. Jahrhunderts erbaut worden war. Dabei wurden auch neue Nothelferstatuen angeschafft. Die bemalten Gipsfiguren schmückten auf Konsolen unter Baldachinen die Wände des Altarraums.