Figur des St. Vitus, einer der "Vierzehn Nothelfer", die im katholischen Glauben bei Nöten und Krankheiten um Beistand angerufen werden. St. Vitus, durch Kaiser Diokletian um 304 durch Folter (siedendes Pech) getötet. Helfer in Anfällen u. Notfällen wie Epilepsie, Tollwut, Schlangenbiss, bei Unwetter, zur Zeit von Aussaat u. Ernte; Patron der Lahmen u. Blinden, der Schmiede, Küfer, Gastwirte, Bierbrauer, Schauspieler, Apotheker, der Jugend und der Haustiere (Geflügel); Schutzpatron gegen Krankheiten bei Mensch und Tier.
Die Figur steht in leichtem Kontrapost (= Standbein gestreckt, Spielbein angewinkelt) auf einem achteckigen Sockel. St. Vitus (auch St. Veit) trägt ein kurzes, langärmeliges, gegürtetes Gewand mit goldfarbenen Säumen, enge Beinlinge, kurze Stiefel u. einen über der Schulter zusammengehefteten roten Umhang mit grüner Innenseite u. goldfarbenen Säumen. In der um einen Hohlraum geschlossenen, erhobenen linken Hand hielt die Figur einen Gegenstand, wahrscheinlich einen Palmzweig (= Hinweis auf Martyrium). Altersbedingte Verfärbungen, Abplatzungen u. Rissbildung bei Fassung (Bemalung) u. Vergoldung von Gewändern u. am Kopf u. Körperteilen, Substanzverluste am Daumen der rechten Hand.
1867 fanden Renovierungsarbeiten in der kleinen Kirche von Wemmetsweiler statt, einer Filialkirche der Pfarrei St. Stephan in Illingen, die Mitte des 17. Jahrhunderts erbaut worden war. Dabei wurden auch neue Nothelferstatuen angeschafft. Die bemalten Gipsfiguren schmückten auf Konsolen unter Baldachinen die Wände des Altarraums.