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Schulterblatt eines Wasserbüffels

Abenteuermuseum Saarbrücken


Herstellung: in den 1980er Jahren erworben
in: Sumatra

Merkmale

Inventarnummer:
2007AMS546
Anzahl:
1 Stück
Objektbezeichnung:
Schulterblatt eines Wasserbüffels
Material:
Technik:
Maße:
Gesamt: B: 19 cm, L: 33 cm

Beschreibung

Der dunkelbraune und an einigen abgeriebenen Stellen beige Schulterblatt-Knochen aus der Batak-Kultur/Sumatra ist mit eingeritzten magisch-religiösen Zeichen versehen.
Eine wichtige Rolle in der Gemeinschaft der Batak hatten die Priester, denn sie allein kannten die für die Gemeinschaft so wichtigen Zeitbestimmungen, Orakel und Möglichkeiten, das kosmische Geschehen zu beeinflussen. Priester konnten im traditionellen Glauben der Batak im Trancezustand die Weisungen der Ahnenseelen annehmen, mit den Verstorbenen Verbindung halten. Wichtigste Aufgabe der Priester war die genaue Kenntnis des Kosmos und der Abhängigkeit der Mittelwelt (Menschenwelt) von der Götter- und Unterwelt. Zentrum der Mittelwelt war Sumatra, Mittelpunkt der Toba-See. Um diese Welt bewegte sich einmal im Verlauf des Jahres von Ost nach West eine gehörnte Schlange, Gottheit der Unterwelt, und ihr Kind in entgegengesetzter Richtung. Für die Menschen war es wichtig, bei allen ihren Unternehmungen, die augenblickliche Position der Schlange zu kennen.
Zu den Geräten der Priester gehörte ein Kalender, in dem das Jahr in 12 x 30 Tage geteilt war. Die Tage des Skorpions waren die günstigsten, andere mit bestimmten Einschränkungen positiv. Hilfsmittel waren auch Zauberbücher, die über Generationen weiter vererbt wurden. Solche Bücher enthielten Orakeldeutungen, Namen von Totenseelen, die bestimmte Krankheiten verursachten, Anweisungen für die Herstellung von Schutzmitteln oder Verbote und Gebote für bestimmte Tage des Monats.
Daneben hatte der Priester kleinere Orakelgeräte wie z.B. Knochenplättchen aus den Knochen eines Opfertieres. Sie dienten oftmals dazu, den Zeitpunkt für eine rituelle Haarreinigung zu finden, denn das Haar galt den Batak als Träger von Seelenkraft. Deshalb schnitt man es nur selten und wenn, befragte man zuerst den zuständigen Priester nach einem günstigen Tag. (Vgl. Museum für Völkerkunde/Frankfurt a. M. 1979)

Literatur

Museum für Völkerkunde Frankfurt a. M. (Hrsg.): Roter Faden zur Ausstellung. Sumatra. Eine Insel am Äquator. Arm durch Reichtum, Frankfurt a.M., 1979, S. 61-74