Stadtmuseum Wadern
Hufeisen

Vergrösserung: 526 x 600 Pixel

zurück zu Objektsuche


Objektbezeichnung:
Reit- / Zugtierzubehör > Hufeisen
Datierung:
1500 - 1700
Sachsystematik:
Pferdegeschirr
Material:
Eisen
Technik:
geschmiedet
Maße:
H: 11,65 cm, B: 10,55 cm, T: 4,82 cm, Gewicht: 366,6 g, T: 0,7 cm (Wandungsstärke)
Ort:
Dagstuhl (Fundort)
Beschreibung:
Das dicke, schwere Hufeisen mit Stollen und Griff ist komplett erhalten, die Oberfläche ist stark korrodiert, die Nagellöcher nicht mehr zu erkennen. Unterhalb des Schusses ist ein ankorrodierter Nagelkopf zu erkennen. Es handelt sich nach der Breite von Schuss und Schenkel um ein so genanntes "Schwedeneisen".
Seit Beginn der Pferdehaltung musste der Huf des Pferdes gepflegt und geschützt werden, da das Gleichgewicht zwischen Abnutzung und Nachwachsen des Hufes, wie es bei Wildpferden vorkam, gestört wurde. Zunächst benutzte man Hufschutze aus Bast oder Stroh, in das Holz-, Leder- oder Metallplatten eingeflochten wurden, daraus entwickelte sich der Hufschutz aus Eisen, erst als Hipposandale, danach als Hufeisen.
Genagelte Hufeisen, wie sie noch heute verwendet werden, wurden wohl von den Kelten erfunden, sie waren seit dem 2. oder 1. Jahrhundert v. Chr. in Gebrauch. Im 9. Jahrhundert war der Hufbeschlag mit Nägeln in Europa allgemein bekannt. Das Alter von Hufeisen ist generell schwer zu bestimmen.
Bei diesem Hufeisen handelt es sich um ein altdeutsches Hufeisen, auch „Schwedeneisen“ genannt, das vom 13. bis 17. Jahrhundert gebräuchlich war. Charakteristisch sind der breite Zehenteil mit breiten Schenkelenden sowie der Griff neben dem Stollen. Die Bezeichnung „Schwedeneisen“ leitet sich vom 30-jährigen Krieg her, doch geht man mittlerweile davon aus, dass diese Eisen nicht nur von den Schweden benutzt wurden, dafür sind die Funde viel zu zahlreich.
Zur Geschichte der Burg Dagstuhl siehe SMW 1404.
Objektgeschichte:
Das Stück wurde während der Freilegungs- und Sicherungsarbeiten gefunden, die der Waderner Heimatforscher Willy Weinen zwischen 1984 und 1989 auf der Burg Dagstuhl durchführte (Weinen 1988; ders. 1990). Das genaue Funddatum sowie die Fundumstände sind nicht bekannt, es stammt aus der Vorburg.
Literaturhinweise: Literaturhinweise zu
Inventarnummer:
SMW1654



Haben Sie Anmerkungen oder Ergänzungsvorschläge zum Objekt oder gar einen Fehler entdeckt? Dann zögern Sie bitte nicht und schreiben Sie uns eine Mail.