Römermuseum Schwarzenacker
Krug

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Objektbezeichnung:
Krug
Datierung:
ca. 50-275 n. Chr. (frühe bis mittlere römische Kaiserzeit)
Material:
Keramik
Technik:
scheibengedreht, oxydierend gebrannt
Maße:
H: 21,8 cm, D: 14,9 cm (Bauch), B: 5,2 cm (Deckel), L: 6,9 cm (Deckel), D: 2,7 cm (Deckelknopf), B: 2,4 cm (Henkel), D: 8,3 cm (Mündung), D: 6,5 cm (Standfuß)
Ort:
Schwarzenacker (Fundort)
Beschreibung:
Krug mit konischem Standfuß, kugeliger Gefäßkörper, leicht abgesetzter gebogener Hals, stark ausladende Mündung und außen kantiger, innen gerundeter schmaler Rand; Bandhenkel mit Längsrille unter dem Rand ansetzend und bis zur Gefäßschulter reichend; auf dem Gefäßbauch nachträglich herausgebrochenes unregelmäßig rundes Loch; hellrot-orangefarbene Keramik, Ton mit Sand gemagert, Oberfläche grob überglättet. Dazu: kleiner zapfenförmiger Stöpsel mit Griffknopf; hellorangefarbene Keramik, geschlämmter Ton, Oberfläche mit Drehspuren.

Das nachträglich angebrachte Loch in der Wandung, der kleine Deckel sowie die Fundsituation in einer Latrine lassen darauf schließen, dass es sich bei dem Gefäß um ein Uriniergefäß (lateinisch: vas urinata) handelt, speziell um ein für den Mann geeignetes Nachtgeschirr (lateinisch: matula [Nachtkrug], matella [Nachtkrüglein] oder einfach lagona [Krug]).

Interessanterweise befand sich direkt neben Haus 11, in dem das Gefäß gefunden wurde, eine Tuchwalkerei (fullonica). Tuchwalker benötigten zum Reinigen der Wolle Urin. Das beim Verfaulen frei werdende Ammoniak unterstützte den Waschprozess. Das frisch gewebte Wolltuch, das durch Wollschweiß verunreinigt war, wurde damit in einem Bottich oder Kübel geschmeidig getrampelt ("Tanz der Fullonen").
Literaturhinweise: Literaturhinweise zu
Inventarnummer:
2008RMS0320



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