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Fotografie von Pfarrer Jakob Neureuter

Wundersame Orte


Herstellung: 1894

Merkmale

Institution:
Inventarnummer:
2015SMK0020
Anzahl:
1 Stück
Objektbezeichnung:
Fotografie von Pfarrer Jakob Neureuter
weitere Objektbezeichnung:
Fotografie von Pfarrer Jakob Neureuter
weitere Objektbezeichnung:
Fotografie Jakob Neureuter um 1894
Material:
Technik:
Maße:
Gesamt:

Beschreibung

Fotografie von Pfarrer Jakob Neureuter, damals ca. 61 Jahre alt.
vermutlich aus dem Jahr 1894. Pfarrer Jakob Neureuter wurde am 21. Juli 1833 in Trier als Sohn des Malers Ludwig Neureuter und seiner Ehefrau Sophie geb. Petri geboren. Am 24. März 1860 wurde er im Trierer Dom zum Priester geweiht. Nach seiner Kaplanzeit in der Koblenzer Liebfrauenkirche wurde er 1865 zum Pfarrer von ?Maria Himmelfahrt? in Marpingen ernannt und war daselbst bis 1895 als Pfarrer tätig. In Marpingen war er der Nachfolger von Pastor Nikolaus Sartorius. Pastor Neureuter war auch Präses des "Jungmännerverbandes" in Marpingen. 1871 starb seine vielgeliebte Schwester Elisabeth Neureuter, deren Grab auf dem Friedhof von Marpingen nahe der Kirche, mit einem wundervollen Kreuz und Madonnenbild angelegt war.
Seine Amtszeit fiel in die Zeit des Kulturkampfes (Konflikt zwischen dem Königreich Preußen bzw. später dem Deutschen Kaiserreich unter Reichskanzler Otto von Bismarck und der katholischen Kirche unter Papst Pius IX von 1871 bis 1878), gleichzeitig begannen die Ereignisse in Zusammenhang mit den Marienerscheinungen im Marpinger Härtelwald. Schon zu Beginn des Kulturkampfes verlor Pastor Neureuter die Stelle eines Schulinspektors, dann begannen die Ereignisse in Zusammenhang mit den Marienerscheinungen im Marpinger Härtelwald. Ein Pilgerstrom setzte ein.
Folgende Worte des Gelehrten Rabbi Gamaliel (Apostelg.V, 34) bedeuteten ihm viel: 'Ist es Menschenwerk, so wird es vergehen; ist es aber von Gott, so könnt ihr ihm nicht widerstehen, damit ihr nicht erscheinet, als ob ihr wider Gott streiten wollet'. Entsprechend antwortete er bei seinem ersten Verhör zu den Ereignissen im Härtelwald durch den Trierer Regierungspräsidenten Wolff am 14. Juli 1876: 'Ist es Menschenwerk, so wird es in sich zerfallen, ist es Gotteswerk, so werden Sie, Herr Präsident, es nicht verhindern.' Pastor Neureuter wurde von denen, die ihn kannten, als ein künstlerisch begabter, feinsinniger Mensch geschildert. 30 Jahre verwaltete er die Pfarrei und prägte somit Marpingen. In der Kunst und in der Begegnung mit der Natur mag er sich oft von harten Schicksalsschlägen erholt haben. In einem Epos, das sich im Besitz der Familie Sartorius befindet, verleiht er seinen vielen Schicksalsschlägen Ausdruck.
Als Maler schenkte er der Pfarrei Marpingen wertvolle Andenken. Aus dem Krieg 1870/71 heimkehrende Soldaten hatten gelobt als Dank an die Gottesmutter ein Bild der Himmelskönigin für die Pfarrkirche zu stiften. Pfarrer Neureuter malte das Bild, das sich lange Jahre auf dem Pfarrspeicher befand. Im Jahr 2015 wurde es restauriert und wieder im Altarraum der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt Marpingen platziert. Am 26. November 1876 wurde Pfarrer Neureuter festgenommen und in Saarbrücken inhaftiert. Am 1. Dezember 1876 wurde er entlassen und bei seiner Ankunft in Marpingen mit Böllerschüssen empfangen. Neureuter verstarb am 20. August 1908 in Kesten an der Mosel.
(siehe hierzu auch Inventarnr.: 2015SMK0017)