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"Schleif-Flex", Ackermann & Schmitt, (Typ: DL 14)

Museum Handwerkerhof


Herstellung: von bis
in: Ottweiler

Merkmale

Inventarnummer:
2017HWO0015
Anzahl:
1 Stück
Objektbezeichnung:
Elektrischer Winkel-/Trennschleifer
weitere Objektbezeichnung:
"Schleif-Flex", Ackermann & Schmitt, (Typ: DL 14)
Sachgruppe:
Handwerk (Bodenlegerwerkstatt)
Signatur:

nummeriert

Technik:
Metalltechnik (und Elektrotechnik)
Maße:
Gesamt: L: 50 cm (ohne Kabel), B: 27 cm, H: 20 cm

Beschreibung

Elektrischer Winkelschleifer/Trennschleifer ("Schleif-Flex", AS, Typ: DL 14)

Bei dem vorliegenden Exponat handelt es sich um einen elektrisch betriebenen Winkel-/Trennschleifer ("Flex") der Firma "Ackermann & Schmitt GmbH" (Typ: "DL 14"). Das ohne Kabel ca. 50 cm lange Gerät besitzt ein längliches Metallgehäuse, in dem sich der 220 Volt-Elektromotor sowie im vorderen Bereich das Winkelgetriebe befindet, welches die Antriebskraft auf die Achse der seitlich sitzenden Schleifscheibe überträgt. Die Maschine ist anhand der beiden Griffmöglichkeiten - einer Verlängerung in der Längsachse hinter dem Motorengehäuse sowie dem im 90°-Winkel dazu stehenden Handgriff - beidhändig zu bedienen. Die Schleifscheibe besitzt keinen Blechschutz gegen Verletzungen und Funkenflug.

Zu Schleifmaschinen allgemein:
Schleifmaschinen sind Werkzeuge zum Glätten von Oberflächen oder zum Entfernen von Beschichtungen auf Oberflächen. Sie werden ebenso zum Schärfen von schneidenden Werkzeugen verwendet (Schärfmaschinen). Schleifvorrichtungen besitzen in der Regel eine oder mehrere Schleifscheiben, die auf einer Achse sitzen und von dieser in schnelle Drehung versetzt werden. Mitunter bedient man sich auch endloser, mit Schleifmaterial belegter Riemen, die um rotierende Scheiben gespannt sind (Bandschleifen). Die Scheiben drehen sich in Vertikal- oder Horizontalebenen und sind für besondere Zwecke (bspw. Sägeschärfen, Schleifen von Fräszähnen und Spiralbohrern etc.) eigens geformt, wodurch eine große Mannigfaltigkeit in der Ausführung der Schleifscheiben entsteht. Der hohen Geschwindigkeit wegen weisen die Schmirgelscheiben oftmals eine Wellblechhaube zum Schutz der Arbeiter auf.

Zu Winkelschleifern/Trennschleifer:
Ein Winkelschleifer (auch Trennschleifer, Schleifhexe oder schlicht "Flex" genannt) ist eine zumeist elektrisch angetriebene Hand-Schleifmaschine mit schnell rotierender runder Schleifscheibe. Die Schleifscheibe wird über ein (namensgebendes) Winkelgetriebe angetrieben. 1928, 1935 und 1954 wurde das Werkzeug von "Ackermann & Schmitt" (seit 1996 "Flex-Elektrowerkzeuge") schrittweise als technische Weiterentwicklung der seit 1922 hergestellten Hand-Schleifmaschinen eingeführt (vgl. unten); ihr Markenname Flex wird seither im Deutschen als Gattungsname verwendet - auch das Verb "flexen" ersetzte in der Umgangssprache vollständig das wenig geschmeidige Verb "trennschleifen" (1996 wurde der Begriff in den deutschen Rechtschreibduden offiziell aufgenommen) . Das runde Werkzeug rotiert mit einer Drehzahl von bis zu 13300 Umdrehungen pro Minute und ist daher hohen Fliehkräften ausgesetzt. Um ein Bersten der Scheiben zu vermeiden, sind diese durch Gewebeeinlagen verstärkt und besitzen dank einer besonders elastischen Kunstharzbindung eine höhere Flexibilität im Vergleich zu starren Schleifscheiben (Schleifsteinen) oder Flachschleifmaschinen. Diese Flexibilität ermöglicht manuelles, freihändiges Trennschleifen von Metall, Stein und anderen Werkstoffen, ohne dass die Schleifscheibe im Fall einer leichten Verkantung zerbricht. Eine Drehzahlregelung hält das Drehmoment des Motors bei vielen Winkelschleifern konstant, wenn die Belastung auf das Gerät durch unterschiedlichen Druck schwankt. Je nach Bedarf kommen verschiedene Werkzeuge zur Anwendung: Trennscheiben aus Edelkorund dienen zum Trennen von Metall, solche aus Siliziumcarbid zum Trennen von Stein, Diamant-Trennscheiben zum Trennen von Naturstein, Beton und Keramik, Schruppscheiben aus Edelkorund zum Bearbeiten von Metall und Stein, Fächerscheiben zum Abschleifen oder Polieren, Schleifteller mit fest aufgebrachtem Schleifkorn oder aufgelegtem Schleifmittel (Schleifpapier) mit Klemmung bzw. Klettbefestigung z. Bsp. zum groben Entrosten von Metall, Entfernen alter Lackschichten und Glätten von grobem Holz. Daneben gibt es noch Drahtbürsten in Topf- oder Scheibenform, auch in gezopfter Ausführung aus HSS-Draht, die zum Entrosten und Säubern sowie zur Schweiß- und Lötvorbereitung dienen, Fellscheiben zum Polieren sowie Hobel- und Schnitzscheiben zur Holzbearbeitung (nach: wikipedia).

Zur Firma "Ackermann & Schmitt":
1922 gründeten Hermann Ackermann und Hermann Schmitt in Stuttgart-Bad Cannstatt das gleichnamige Unternehmen, um eine eigene Erfindung herzustellen und zu vertreiben: die Handschleifmaschine "MS 6", deren Elektromotor eine biegsame, flexible Welle antreibt. Dieses Merkmal gab dem neuen Werkzeug seinen Namen: FLEX. Ende der 20er Jahre gelang es den Ingenieuren, die flexible Welle durch ein Winkelgetriebe zu ersetzen - es entstand so der erste Winkelschleifer, der ebenfalls unter der Bezeichnung FLEX vertrieben wurde. 1935 brachte das Unternehmen den ersten niedertourigen Winkelschleifer auf den Markt, 1954 schließlich den ersten hochtourigen Winkelschleifer mit der Typenbezeichnung "DL 9". In der Folgezeit lösten moderne Kunststoffe das Gusseisen ab, die Werkzeuge wurden deutlich leichter. Die Motorenleistungen wurden erhöht bei gleichzeitiger Verkleinerung der Motoren, die Isolierung von Getriebe und Motor vor Schleif- und Trennstäuben wurde optimiert, die Geräte wurden langlebiger - und immer leiser und ergonomischer. Die Funktionsweise der FLEX blieb bei dieser kontinuierlichen Weiterentwicklung jedoch stets gleich. 1996 firmierte das Unternehmen um in "Flex-Elektrowerkzeuge GmbH". Bis 2004 wurde mit "Porter-Cable" zusammengearbeitet, bis dieses Unternehmen von "Pentair" an "Stanley Black & Decker" verkauft wurde. Danach erwarb "Black & Decker" die "Flex-Elektrowerkzeuge GmbH". 2013 wurde "Flex-Elektrowerkzeuge" von der chinesischen "Chervon Holding" übernommen (nach: wikipedia, flex-tools.com, werkzeugforum.de).