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Typ: K 52

Museum Handwerkerhof


Herstellung:
in: Ottweiler

Merkmale

Inventarnummer:
2017HWO0010
Anzahl:
1 Stück
Objektbezeichnung:
Elektrisches Heißluft-Schweißgerät/"Gurtenschweißmaschine"
weitere Objektbezeichnung:
Typ: K 52
Sachgruppe:
Handwerk (Bodenlegerwerkstatt)
Signatur:

nummeriert

Maße:
Gesamt: L: 60 cm, B: 42 cm, H: 63 cm

Beschreibung

Elektrisches Heißluft-Schweißgerät/"Gurtenschweißmaschine" (Typ: K 52)

Bei dem vorliegenden Exponat handelt es sich um ein elektrisches, mit 220 Volt zu betreibendes Heißluft-Schweißgerät ("Gurtenschweißmaschine") vom "Typ K 52" der in Ebersbach/Fils ansässigen Elektro-Gerätebau-Firma "ZINSER Schweißtechnik GmbH & Co", mit dem thermoplastischer Kunststoffe erwärmt und somit verschweißt werden können. Es wurde 1982 hergestellt und eignet sich zum Verarbeiten von Kunststoffen und zum Schweißen von Nähten bei Bodenlegerarbeiten mit Kunststoffbelägen. Das 60 cm lange und 42 cm breite Gerät ist für das Arbeiten auf dem Fußboden ausgelegt und ist deshalb, von der Form her einem Stausauger ähnelnd, mit drei Rädern (vorne zwei und hinten eines) und einem hochaufragenden Führungsgriff/-hebel zum Anschieben, -heben und Führen ausgestattet. Es besitzt ein Metallgehäuse in dem sich der Elektromotor, der normalerweise das Gebläse antreibt und die Luft auf die gewünschte Temperatur erhitzt, befindet.
Die eigentliche Wärmedüse mit dem Schweißkopf und der auswechselbaren Spitze ist horizontal gelagert: Es handelt es sich dabei eigentlich um ein weiteres Zinser-Heißluft-Schweißgerät, nämlich um die "Heißluft-Pistole" vom Typ "K 755" (Beschreibung dazu siehe Inv.-Nr. 2017HWO0007). Dieses handliche, 46 cm lange Stab-Gerät hat die Form eines großen Lötkolbens - sein Kunststoffgehäuse hat einen Durchmesser von 10 cm. Die metallene Wärmedüse mit Löt-Spitze (mit vier Austrittsöffnungen) ist durch ihre Halterung mit der großen Schweißmaschine "K 52" konstruktiv verbunden worden; das Vorgehäuse mit seiner Buchse nimmt über einen externen 5-Pol-Stromstecker die Energiespeisung durch die große Maschine auf und dient dieser sozusagen lediglich als Schweißkopf.

Zur Firma "Zinser":
1898 gründet der Kaufmann Eugen Zinser, Sohn eines Ebersbacher Brauereibesitzers und Wirtes, die Firma "Acetylenwerk Ebersbach". Acetylen-Gas wurde damals für Beleuchtungszwecke verwendet. Das Werk erzeugte die Anlagen zu dessen Erzeugung. Seit 1904 wurden dann zusätzlich Werkzeuge für das autogene Schweißen und Schneiden hergestellt. 1916 baut ZINSER als erste deutsche Firma Hochdruck-Acetylen-Entwickler und 1930 werden Sauerstoff-Zentralbatterien in das Herstellungsprogramm aufgenommen. Nachdem im Jahr 1941 Eugen Zinser gestorben war, wurde das Werk in Ebersbach in eine Kapitalgesellschaft umgewandelt und in "Autogenwerk ZINSER KG" umbenannt. Die älteste Tochter des Gründers, Hildegard Löffelhardt-Zinser, übernahm die Geschäftsleitung und führte den Betrieb durch die schwierigen Kriegs- und Nachkriegsjahre, bis 1949 ihr zweiter Mann, Schweißfachingenieur Kurt Schwebke, ihr zur Seite trat. Seit 1948 wurden die ersten Schweißtransformatoren im Autogenwerk hergestellt. 1950 wurde daraus die selbstständige Firma "Elektroschweißgerätebau ZINSER GmbH". Da im Autogenbereich das Brennschneiden immer weitere Anwendungsbereiche fand, wurde die Entwicklung von Brennschneidmaschinen bei ZINSER in steigendem Maße forciert: 1954 bringt ZINSER die Handbrennschneidmaschine "Favorit" auf den Markt - ein Jahr später folgte die Schablonenbrennschneidmaschine "Schablonette". Unmittelbar danach entwickelte ZINSER das erste Kunststoff-Schweißgerät, worauf hin sich die dritte Produktionslinie neben der Autogen- und Brennschneidtechnik entwickelt. Seit 1956 wurden Gleichrichter und Transformatoren für das WIG, MIG/MAG, Unterpulverschweißen, Plasma-Schweißen und Schneiden hergestellt. Nachdem 1964 K. Schwebke gestorben war, trat nach einer Übergangszeit von drei Jahren Hildegard Schwebkes Sohn Hans Dietrich Zinser in die Geschäftsführung beider Unternehmen ein. 1965 folgten die ersten Brennschneidmaschinen mit Magnetrollen und optischer Abtastung und 1972 brachte ZINSER ein umfangreiches Programm an Schutzgasanlagen sowie bald darauf Plasma-Schneid - und Schweißanlagen auf den Markt. 1973 übernahm die Firma das Münchener Unternehmen "Linde Schweißtechnik", woraufhin sich ZINSER vornehmlich auf die Entwicklung und Herstellung von automatisierten Autogen- und Plasma-Schneidsystemen konzentriert. Ab 1980 wurden die ersten Geräte mit CNC Steuerung entwickelt, in den folgenden 20 Jahren wurden neben Portalmaschinen auch Auslegermaschinen, welche hauptsächlich bei der Verwendung von optischen Steuerungen eingesetzt werden, in hoher Zahl produziert. Da aus der Familie Zinser kein Nachfolger für die Geschäftsführung zur Verfügung stand, erfolgte 2000 ein Eigentümerwechsel und ein Jahr darauf der Umzug in die Geschäftsräume in der Stuttgarter Straße in Ebersbach. Im Jahr 2002 übernahm der Mehrheitsgesellschafter Ulrich Bock die Geschäftsführung der "ZINSER Schweißtechnik GmbH" und seine Tochter Caroline Niklaus sowie ihr Mann, Andreas Niklaus, traten in die Unternehmensleitung ein. 2006 erfolgte schließlich der Umzug nach Albershausen, wodurch die Fertigungskapazitäten erheblich vergrößert werden konnten. 2010 Als zusätzliches Geschäftsfeld wurde seit 2012 die Laserschneidtechnologie aufgenommen. Am 1. August 2012 erfolgte die Umfirmierung in "ZINSER GmbH" und stellt bis heute autogene Schweiß- und Schneidgeräte, Brennschneidmaschinen, Druckminderer, Druckminderventile, Reduzierventile, Heißluftschweißgeräte und -automaten, Kunststoffschweißmaschinen und Rohrschneidmaschinen her (nach dem pdf zur Geschichte auf www.zinser.de).