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Typ: K 755

Museum Handwerkerhof


Herstellung:
in: Ottweiler

Merkmale

Inventarnummer:
2017HWO0007
Anzahl:
1 Stück
Objektbezeichnung:
Elektrisches Heißluft-Schweißgerät/"Gurtenföhn"
weitere Objektbezeichnung:
Typ: K 755
Sachgruppe:
Handwerk (Bodenlegerwerkstatt)
Signatur:

nummeriert

Maße:
Gesamt: L: 46 cm, B: 10 cm, H: 18 cm

Beschreibung

Elektrisches Heißluft-Schweißgerät/"Gurtenföhn" (Typ: K 755)

Bei dem vorliegenden Exponat handelt es sich um ein elektrisches, mit 220 Volt zu betreibendes Heißluft-Schweißgerät ("Gurtenföhn", auch "Heißluft-Pistole" oder "-gebläse" genannt) vom "Typ K 755" der in Ebersbach/Fils ansässigen Elektro-Gerätebau-Firma "ZINSER Schweißtechnik GmbH", mit dem thermoplastischer Kunststoffe erwärmt und somit verschweißt werden können. Es wurde 1984 hergestellt und eignet sich zum Verarbeiten von Kunststoffen und zum Schweißen von Nähten bei Bodenlegerarbeiten mit Kunststoffbelägen. Das handliche, 46 cm lange Stab-Gerät hat die Form eines großen Lötkolbens - das Kunststoffgehäuse hat einen Durchmesser von 10 cm; in ihm sitzt der Elektromotor, der das Gebläse antreibt und die Luft auf die gewünschte Temperatur erhitzt. Die Wärmedüse mit auswechselbarer Spitze (mit einer Austrittsöffnung) sowie die Halterung und das Vorgehäuse mit einer Buchse für einen externen 5-Pol-Stromstecker bestehen aus Metall. Das Heißluftgebläse lässt sich konstruktiv mit der großen "Gurtendschweißmaschine" des Typs "K 52" kombinieren - dann dient es lediglich als deren Schweißkopf und wird durch deren Stromquelle gespeist (vgl. Inv.-Nr. 2017HWO0010).

Zur Firma "Zinser":
1898 gründet der Kaufmann Eugen Zinser, Sohn eines Ebersbacher Brauereibesitzers und Wirtes, die Firma "Acetylenwerk Ebersbach". Acetylen-Gas wurde damals für Beleuchtungszwecke verwendet. Das Werk erzeugte die Anlagen zu dessen Erzeugung. Seit 1904 wurden dann zusätzlich Werkzeuge für das autogene Schweißen und Schneiden hergestellt. 1916 baut ZINSER als erste deutsche Firma Hochdruck-Acetylen-Entwickler und 1930 werden Sauerstoff-Zentralbatterien in das Herstellungsprogramm aufgenommen. Nachdem im Jahr 1941 Eugen Zinser gestorben war, wurde das Werk in Ebersbach in eine Kapitalgesellschaft umgewandelt und in "Autogenwerk ZINSER KG" umbenannt. Die älteste Tochter des Gründers, Hildegard Löffelhardt-Zinser, übernahm die Geschäftsleitung und führte den Betrieb durch die schwierigen Kriegs- und Nachkriegsjahre, bis 1949 ihr zweiter Mann, Schweißfachingenieur Kurt Schwebke, ihr zur Seite trat. Seit 1948 wurden die ersten Schweißtransformatoren im Autogenwerk hergestellt. 1950 wurde daraus die selbstständige Firma "Elektroschweißgerätebau ZINSER GmbH". Da im Autogenbereich das Brennschneiden immer weitere Anwendungsbereiche fand, wurde die Entwicklung von Brennschneidmaschinen bei ZINSER in steigendem Maße forciert: 1954 bringt ZINSER die Handbrennschneidmaschine "Favorit" auf den Markt - ein Jahr später folgte die Schablonenbrennschneidmaschine "Schablonette". Unmittelbar danach entwickelte ZINSER das erste Kunststoff-Schweißgerät, worauf hin sich die dritte Produktionslinie neben der Autogen- und Brennschneidtechnik entwickelt. Seit 1956 wurden Gleichrichter und Transformatoren für das WIG, MIG/MAG, Unterpulverschweißen, Plasma-Schweißen und Schneiden hergestellt. Nachdem 1964 K. Schwebke gestorben war, trat nach einer Übergangszeit von drei Jahren Hildegard Schwebkes Sohn Hans Dietrich Zinser in die Geschäftsführung beider Unternehmen ein. 1965 folgten die ersten Brennschneidmaschinen mit Magnetrollen und optischer Abtastung und 1972 brachte ZINSER ein umfangreiches Programm an Schutzgasanlagen sowie bald darauf Plasma-Schneid - und Schweißanlagen auf den Markt. 1973 übernahm die Firma das Münchener Unternehmen "Linde Schweißtechnik", woraufhin sich ZINSER vornehmlich auf die Entwicklung und Herstellung von automatisierten Autogen- und Plasma-Schneidsystemen konzentriert. Ab 1980 wurden die ersten Geräte mit CNC Steuerung entwickelt, in den folgenden 20 Jahren wurden neben Portalmaschinen auch Auslegermaschinen, welche hauptsächlich bei der Verwendung von optischen Steuerungen eingesetzt werden, in hoher Zahl produziert. Da aus der Familie Zinser kein Nachfolger für die Geschäftsführung zur Verfügung stand, erfolgte 2000 ein Eigentümerwechsel und ein Jahr darauf der Umzug in die Geschäftsräume in der Stuttgarter Straße in Ebersbach. Im Jahr 2002 übernahm der Mehrheitsgesellschafter Ulrich Bock die Geschäftsführung der "ZINSER Schweißtechnik GmbH" und seine Tochter Caroline Niklaus sowie ihr Mann, Andreas Niklaus, traten in die Unternehmensleitung ein. 2006 erfolgte schließlich der Umzug nach Albershausen, wodurch die Fertigungskapazitäten erheblich vergrößert werden konnten. 2010 Als zusätzliches Geschäftsfeld wurde seit 2012 die Laserschneidtechnologie aufgenommen. Am 1. August 2012 erfolgte die Umfirmierung in "ZINSER GmbH" und stellt bis heute autogene Schweiß- und Schneidgeräte, Brennschneidmaschinen, Druckminderer, Druckminderventile, Reduzierventile, Heißluftschweißgeräte und -automaten, Kunststoffschweißmaschinen und Rohrschneidmaschinen her (nach dem pdf zur Geschichte auf www.zinser.de).