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Modell "Regina Super", (mit mehreren Schuster-Arbeitsgeräten)

Museum Handwerkerhof


Herstellung: von bis
von: G. Bauknecht - Stuttgart-S als Hersteller
in: Ottweiler

Merkmale

Inventarnummer:
2017HWO0135
Anzahl:
1 Stück
Objektbezeichnung:
Elektrisch betriebene Polier- und Ausputzmaschine
weitere Objektbezeichnung:
Modell "Regina Super", (mit mehreren Schuster-Arbeitsgeräten)
Sachgruppe:
Schuhmacher (Arbeitsgeräte)
Signatur:

bezeichnet (Schild auf Gestell: Regina Super)

Material:
Borstenhaar (Polierscheiben)
Schmirgel (Schleifscheiben)
Leder (Antriebsriemen)
Kupfer (Elektromotor)
Borsten (Polierscheiben)
Maße:
Gesamt: B: 147 cm, T: 50 cm, H: 80 cm

Beschreibung

Polier- und Ausputzmaschine mit Elektromotor (Modell "Regina Super", mit mehreren Schuster-Arbeitsgeräten)

Bei dem vorliegenden Exponat handelt es sich um eine Ausputz- und Poliermaschine der Marke Rafflenbeul (Modell "Regina Super"). Die 1,47 m breite und 0,80 m hohe Maschine besitzt auf einer waagerecht gelagerten Achse mehrere Polier- und Schleifscheiben aus unterschiedlichen Materialien (Borsten, Leder, Schleifsand). Angetrieben wird sie durch einen mit 220/380 Volt zu betreibenden Elektromotor der Firma Bauknecht. Ein lederner Antriebsriemen überträgt die Kraft auf die Antriebsscheibe der Achse. Die Maschine weist eine Absaugfunktion und einen zugehörigen Auffangbehälter auf.
Zum Zeitpunkt der Exponaterfassung diente der Arbeitstisch der Maschine weiteren Schuhmacher-Geräten als Ablage, so etwa der mechanischen Vorrichtung zum Weiten/Dehnen von Schuhen (vgl. Inv.Nr. 2017HWO0133), der mechanischen Schuhsohlenpresse (vgl. Inv.Nr. 2017HWO0134), der mechanischen Leder-Schneide- und Schärfmaschine (Modell "Rodi 50/SL", vgl. Inv.Nr. 2017HWO0132) sowie Leisten und anderen Kleinteilen.

Zum Polieren allgemein:
Polieren ist ein spanendes Verfahren für verschiedene Materialien, wobei das in der zu verwenden-den Polierpaste enthaltene Polierkorn (Poliermineralien) mechanisch in die Oberfläche eingreift. Hierbei werden Unebenheiten, Furchen und Riefen ausgeglichen und eingeebnet (Einebnung der Rautiefen), wodurch der Zustand der polierten Oberfläche von einer matten Fläche mit nur geringer Lichtreflexion zu einer glänzenden Fläche mit starker Lichtreflexion poliert wird. Der Polierprozess kann mehrere Stufen umfassen - die Polierzeit ergibt sich durch den Ausgangszustand (Vorschliff), die Leistungsfähigkeit des Poliermittels, den gewählten Anpressdruck und die Umdrehungszahl sowie der gewünschten Endoberfläche. Der optimale Polierprozess ist abhängig von der Feinabstimmung der eingesetzten Polierwerkzeuge und Polierpasten. Der Polierprozess ist maschinell oder manuell durchführbar - beim maschinellen Polieren wird die Politur mit rotativen sowie exzentrischen Poliermaschinen angewendet.

Zur Firma "Gustav Rafflenbeul":
Gustav Rafflenbeul gründete 1888 in Schwelm die Metallwaren- und Maschinenfabrik "Gust. Rafflenbeul". Er produzierte Maschinen für das Schuhmacherhandwerk und für Schuhfabriken sowie Gelenkwellen für den Fahrzeugbau. Sein Schwiegersohn Ernst Berning und dessen Sohn Alfred führten später die Firma weiter. Im Jahr 1943 wurde die Firma "Gust. Rafflenbeul, Abtlg. Hansa-Werk" (in Wuppertal) als Tochterfirma etabliert - deren Nachfolgefirma ist die "Hansawerke Ernst Berning GmbH & Co.". 1959 wiederum wurde die Firma "Berning Smart Fasteners, Berning + Soehne GmbH & Co. KG" von "Hansa-Werke Ernst Berning" abgespaltet. Diese ist ein führender europäischer Hersteller von Metallaccessoires (z. Bsp. Knöpfe, Nieten und Logos für Jeans), Schuhe (Goretex-Logo) und für andere Branchen. Alfred Berning, der älteste Sohn von Ernst Berning gründete 1943 als ein weiteres Zweigunternehmen der Firma Rafflenbeul die Maschinenfabrik "Alfred Berning KG" mit Sitz in Frankenberg (Eder). Von Frankenberg aus lieferte man bearbeitete Einzelteile sowohl für die Motoren- als auch für die Schuhmaschinenproduktion. 1989 wurde die bis heute existierende Firma in "Berning-Maschinenfabrik GmbH" umbenannt. 1951 wurde die Firma "Motorenbau Alfred Berning" in Schwelm auf dem gleichen Areal wie zuvor die Firma Rafflenbeul gegründet - damit sollte ein zweites Standbein zur Produktion der Schuhmachermaschinen geschaffen werden.