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Münze

Römermuseum Schwarzenacker


Herstellung: Römische Kaiserzeit: 330 - 341 n. Chr.
in: Schwarzenacker

Merkmale

Inventarnummer:
2008RMS1379
Anzahl :
1 Stück
Objektbezeichnung:
weitere Objektbezeichnung:
Follis
Sachgruppe:
Münzen (Römische Münzen)
Material:
Technik:
geprägt
Maße:
D: 1,26 cm, Gewicht: 0,8 g

Beschreibung

Follis, Konstantin I. d. Gr. oder Söhne (Constantinopolis).
Av.: Büste der Constantinopolis (weibl. Personifikation der Stadt) mit Helm und Lorbeerkranz, nach rechts, mit Imperialem Mantel und geschultertem Speer; [CONSTAN-TINOPOLIS];
Rv.: auf Schiffsbug stehende Victoria, nach links, mit Speer und Schild;
Konstantin I. (Flavius Valerius Constantinus, um 280/285 bis 337 n. Chr.) war von 306/7 n. Chr. bis zu seinem Tode Kaiser des Römischen Reiches, zunächst mit mehreren anderen Herrschern der Tetrarchie (Galerius, Maximinian Daia, Severus, Maxentius, Licinius), ab 324 n. Chr. als Alleinherrscher. Er berief im Folgenden jedoch selbst mehrere seiner Söhne als Caesaren (Crispus, Constantius II., Konstantin II., Constans). Die Konstantinische Dynastie reicht, von Constantius I. Chlorus und dessen Sohn Konstantin begründet, von 293 bis 363 n. Chr. (Tod Julians). Unter Konstantin I. wurde das Christentum als gleichberechtigte (und fortan bevorzugte) Religion anerkannt.
Der vorliegende Follis könnte auch eine Prägung eines der Söhne (und Nachfolger) Konstantins sein: Constantius II. (Flavius Iulius Constantius, 317 bis 361 n. Chr.), Konstantin II. (Flavius Claudius Constantinus, um 316 bis 340 n. Chr.) oder Constans (Flavius Iulius Constans, 323 bis 350 n. Chr.).
Bei der Münze handelt es sich um eine Gedenkprägung für die Stadt Constantinopolis. Diese hatte von der griechischen Stadt Byzantion ihren Ausgang genommen und wurde von Konstantin I. auf das Fünffache ihrer vorherigen Größe erweitert. Er erhob sie im Jahre 330 n. Chr. zu seinem Regierungssitz - im Folgenden wurde die rasch wachsende Stadt auch als "Nova Roma" bezeichnet und zur neuen Hauptstadt erkoren. Nach der Reichsteilung blieb die Stadt bis zu ihrer Eroberung durch die Türken (1453 n. Chr.) die Hauptstadt des Oströmischen Reiches.
Bei Folles handelt es sich um Bronzemünzen (zunächst mit dünnem Silberüberzug), die um 294 n. Chr. im Rahmen der Münzreform des Kaisers Diocletian eingeführt wurden. Der Follis ersetzte das bronzene As, wurde aber seinerseits bereits im Jahre 346 n. Chr. bei der Münzreform des Constans und Constantius II. durch die Maiorina, eine leicht mit Silber legierte Bronzemünze, ersetzt. (Um 498 n. Chr. wurden die Folles in der Währungsreform des Anastasius wieder eingeführt.)
Münztyp: RIC VII oder VIII, Nr. ? LRBC I, Nr. ?
Die Münze ist mäßig abgegriffen und leicht korrodiert; der Rand ist leicht ausgefranst. Die Legende ist größtenteils verloren bzw. nicht lesbar.

Literatur

Kent, John P. C. / Hill, P. V. / Carson, R. A. G.: Late Roman Bronze Coinage, A.D. 324-498, London 1960, Band I.

Mattingly, Harold / Sydenham, Angela: The Roman Imperial Coinage (VII). Constantine and Licinius (=VII), London 1966, Band VII.

Mattingly, Harold / Sydenham, Angela: The family of Constantine I (=Roman Imperial Coinage, VIII), London 1981, Band VIII.

Kreckel, Thomas (Hrsg.) / Börner, Susanne (Hrsg.): Geld regiert die Welt. Münzfunde aus Schwarzenacker, Homburg/Saar 2013.