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1990-3508

Archäologiepark Römische Villa Borg


Herstellung: 1. bis 4. Jahrhundert n. Chr.
in: Borg

Merkmale

Inventarnummer:
1990-3508
Anzahl:
1 Stück
Objektbezeichnung:
Messergriff
Material:
Technik:
Maße:
Gesamt: D: cm, L: 6,9 cm, D: 1,2 cm (Griffansatz maximal), D: 1 cm (Griffansatz minimal), D: 0,65 cm (Griffende maximal)

Beschreibung

Messergriff mit polygonalem Querschnitt, zum abgebrochenen Ende hin sich verjüngend und gebogen, am teilweise fragmentierten Griffansatz vier umlaufende Rillen; Gagat von tiefschwarzer Farbe, Griffoberfläche glänzend geschliffen, Griffansatz grob überglättet.

Gagat, auch als Pechkohle oder Schwarzstein bekannt, ist eine bitumenreiche Kohle der Sekundärformation mit geringem spezifischen Gewicht und samtartigem Fettglanz, der durch Polieren noch gesteigert werden kann. Aufgrund seines Aussehens und seiner Materialeigenschaften wird er schon seit der frühen Eisenzeit als Schmuckstein verwendet wird. Fundstellen in Europa sind z. B. Südfrankreich, vor allem aber Yorkshire, wo die Gagatindustrie noch im 19. Jahrhundert einen letzten Höhepunkt erreichte. Zu römischer Zeit wurde Gagat von dort auf den Kontinent exportiert, wo er vor allem im Rhein- und Moselland im 3. und 4. Jahrhundert n. Chr. seine größte Verbreitung fand, als die Farbe Schwarz zur Modefarbe wird (Hagen 1937, 85; Schwinden 2007).

Außer dem "echten" Gagat wurde in der Kaiserzeit auch so genannter Pseudogagat verwendet, so tertiäre Glanz- oder Pechkohlen, die in den Rheingebieten zahlreich zu finden sind (Riha 1990, 79). Eine Verarbeitungsstelle ist z. B. aus Köln bekannt.

Literatur

Riha, Emilie: Der römische Schmuck aus Augst und Kaiseraugst (= Forschungen in Augst, 10), Augst: Römermuseum Augst, 1990
Hagen, W.: Kaiserzeitliche Gagatarbeiten aus dem rheinischen Germanien (= Bonner Jahrbücher, 142), 1937, S. 77-144, Abb. Tafel 19-41
Schwinden, Lothar: Kleinkunst aus Gagat. Konstantin der Große. Ausstellungskatalog, Trier, 2007, Katalog Nr. IV.1.4