zurück

Postkarte

Zollmuseum Habkirchen


Herstellung:
in: Frankreich

Merkmale

Inventarnummer:
2007ZMH0438
Anzahl:
1 Stück
Objektbezeichnung:
Sachgruppe:
Material:
Maße:
Gesamt: H: 9 cm, B: 14 cm

Beschreibung

Auf der (nachkolorierten) Bildseite der Postkarte erscheinen insgesamt sieben Männer - links französische, rechts deutsche Zollbeamte, in der Mitte ein Forstbediensteter - am Kilometerstein in den Vogesen (Passstraße). Rechts vom Bildfeld sind die Flaggen Frankreichs und des Deutschen Reiches gezeichnet. Die zweisprachige Bildunterschrift lautet: "Frontière; Col du Bonhomme (950 m) sur la route de Colmar-Kaysersberg à Plainfaing, Fraize et Saint-Dié - Grenze; Didolshausen (950 m) auf der Strasse von Colmar-Kaysersberg nach Plainfaing, Fraize und Saint-Dié". Das Elsass und Teile Lothringens gehörten zwischen 1871 und 1918/20 zum Deutschen Reich - die hier abgebildete Grenze verlief demnach 'tiefer' im heutigen Frankreich: Der 'Col du Bonhomme' (dt.: Diedolshauser Pass) ist ein Pass über den Kamm der Vogesen. Er liegt im Gemeindegebiet von 'Le Bonhomme' im Elsass. Er verbindet das elsässische Weisstal mit dem Tal der Meurthe in Lothringen (Gemeinde 'Plainfaing') über die ehem. Nationalstraße 415 (vgl. Inv.Nrn. 2007ZMH0234, 2007ZMH0431, 2007ZMH0437 u.a.).
Die ersten Postkarten entstanden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, sie dienten nur der schriftlichen Korrespondenz, waren nicht illustriert und hießen demnach auch "Korrespondenzkarten". Zunächst vom preußischen Generalpostdirektor Karl Ludwig Richard von Philipsborn (1818 - 1884) aus "sittlichen Gründen" abgelehnt, wurden sie im Jahr 1870 offiziell zugelassen. In dieser Zeit entstanden auch die ersten Bildpostkarten oder Ansichtskarten, zunächst von Künstlern und Lithografen, später auch von Fotografen gestaltet. Ab etwa 1896 setzten sich die Ansichtskarten auch durch den Einsatz neuer Druckverfahren immer mehr durch.
Der Versand einer Postkarte war kostengünstiger als ein Brief und gab eine gute Möglichkeit schriftlich zu korrespondieren. Es wurden nun Grüße von Ausflügen oder Reisen verschickt, zum Geburtstag und anderen feierlichen Anlässen. Während des Ersten Weltkrieges wurden viele Postkarten als Feldpost verschickt, der Nationalsozialismus nutzte die Karten oft zu Propagandazwecken. Heute werden weniger Ansichtskarten geschickt, da oft modernere Kommunikationsformen (SMS, MMS oder e-mail) zum Grußschreiben benutzt werden.

Literatur

Leclerc, Herbert: Ansichten über Ansichtskarten, in: Archiv für deutsche Postgeschichte, 2, 1986, S. 5-65
Kaufmann, Gerhard (Hrsg.) / Robert Lebeck (Hrsg.): Viele Grüße. Eine Kulturgeschichte der Postkarte (=Die bibliophilen Taschenbücher, 458), Dortmund: Harenberg, 1988
Hille, Horst: Sammelobjekt Ansichtskarte, Berlin: transpress, 1989
Frech, Hanspeter: Postkarten-Handbuch. Die Postkarten aus den ehemaligen Postvereinsländern und dem deutschen Kaiserreich, Hausach, 1991
Wicki, Otto: Geschichte der Post- und Ansichtskarten, Bern: Zumstein, 1996
Sattler, Karl-Otto: Die Grenzen kamen, die Grenzen gingen: das Zollmuseum Habkirchen: mal deutsch, mal französisch. Eine Europäische Geschichtslehrstätte an einem saarländisch-lothringischen Treffpunkt, in: Die besonderen Museen, Kirkel, 1995