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Spekulatiusform

Saarländisches Bäckereimuseum


Herstellung: 19. Jahrhundert

Merkmale

Inventarnummer:
2008SBM0390
Anzahl:
1 Stück
Objektbezeichnung:
Backmodel
weitere Objektbezeichnung:
Spekulatiusform
Material:
Maße:
Gesamt: H: 10,2 cm, B: 6,3 cm, T: 1,5 cm

Beschreibung

Kleiner, rechteckiger Model aus Holz zum Backen von Spekulatius (Gebäck aus Mürbeteig, in Deutschland ein typisches Weihnachtsgebäck); mit der Darstellung eines Schmetterlings mit augebreiteten Flügeln. Die Binnenzeichnung der Flügel ist in genauer Symmetrie dargestellt.
Durch die Verpuppung der Raupe und das Schlüpfen des Falters ist mit dem Schmetterling seit der Antike eine symbolische Bedeutung verbunden. Im Altertum wurde er mit Unsterblichkeit und Wiedergeburt gleich gesetzt. Das Christentum und die christliche Ikonographie machten aus ihm ein Symbol der Auferstehung.
Die Model wurden häufig aus Birnbaumholz hergestellt. Ebenfalls wurden die Hölzer von Nussbaum, Fichte, Buche und Ahorn verwendet. Seit dem späten 18. Jahrhundert benutzten die berufsmäßigen Modelstecher wegen der Ebenmäßigkeit des Holzes häufiger Buchsbaum. Für Kopien alter Model, die nicht mehr zum Gebrauch verwendet werden, sondern als reine Zierobjekte dienen, kommt das leicht zu bearbeitende Lindenholz in Betracht. Das Bild wurde mit Schnitzmesser, Hohleisen und Grabstichel in das Holz geschnitzt, später auch gefräst.

Literatur

Kürth, Herbert: Kunst der Model. Kulturgeschichte der Back- und Hohlformen, Gütersloh: Prisma Verlag, 1981
Walzer, Albert: Liebeskutsche, Reitersmann, Nikolaus und Kinderbringer. Volkstümlicher Bilderschatz auf Gebäckmodeln, in der Grafik und Keramik, Konstanz-Stuttgart, 1963
Hörandner, Edith: Model. Geschnitzte Formen für Lebkuchen, Spekulatius und Springerle, München: Callwey, 1982
Knittel, Elke: Modelschätze, Tübingen: Silberburg-Verlag, 2005